Solis S6 hybride omvormer met Smart Port voor AC-koppeling en batterijopslag in bestaande PV-installatie

Bestehende PV-Anlage um Batteriespeicher via Solis Smart Port erweitern

Viele bestehende PV-Anlagen in der Benelux wurden ohne Batteriespeicher installiert. Wenn die vorhandenen Solarmodule und der PV-Wechselrichter noch einwandfrei funktionieren, ist ein vollständiger Austausch nicht erforderlich. Mit einem geeigneten Solis S6 Hybrid-Wechselrichter kann Batteriespeicherung über AC-Kopplung zur bestehenden Anlage hinzugefügt werden, ohne dass die vorhandene DC-Installation neu geplant werden muss.

Bei dieser Retrofit-Lösung bleibt der vorhandene netzgekoppelte PV-Wechselrichter erhalten. Der AC-Ausgang wird an den konfigurierbaren GEN/Smart Port des Solis Hybrid-Wechselrichters angeschlossen. Der Solis verwaltet anschließend die Batterie, die Energieflüsse und, bei korrekter Einstellung, den Export ins öffentliche Netz.[1]

Wichtig: AC-Kopplung ist nicht automatisch für jeden PV-Wechselrichter geeignet. Der vorhandene Wechselrichter und die gewählte Systemkonfiguration müssen die technischen Anforderungen von Solis erfüllen, einschließlich Leistungsgrenzen und, bei Inselbetrieb, Unterstützung für Frequenzregelung.[1]

Warum AC-Kopplung?

AC-Kopplung ist die geeignete Lösung, wenn die bestehende PV-Anlage erhalten bleiben soll. Die Batterie wird nicht an den vorhandenen PV-Wechselrichter angeschlossen, sondern an den neuen Solis Hybrid-Wechselrichter.

  • Bestehende Investition erhalten: Der vorhandene netzgekoppelte PV-Wechselrichter bleibt in Betrieb.
  • Batteriespeicher nachrüsten: Der Solis Hybrid-Wechselrichter übernimmt das Laden und Entladen der angeschlossenen Batterie.
  • Zusätzliche PV möglich: Neue Solarmodule können an die DC-Eingänge des Solis angeschlossen werden, sofern alle elektrischen Werte innerhalb der Produktspezifikationen bleiben.
  • Exportregelung: Mit einem korrekt angeschlossenen Energiezähler und den richtigen Einstellungen ist eine Exportbegrenzung konfigurierbar.
  • Backup möglich: Ausgewählte Verbraucher können über den Backup-Ausgang versorgt werden, innerhalb der Leistungs- und Installationsgrenzen des gewählten Modells.[1][2]

Der Solis Smart Port (GEN Port)

Der Smart Port ist ein konfigurierbarer AC-Anschluss, in der offiziellen Solis-Dokumentation auch als GEN Port bezeichnet. Je nach gewählter Konfiguration unterstützt der Port drei Anwendungen:[1]

  • AC Coupled: Anschluss eines vorhandenen netzgekoppelten PV-Wechselrichters.
  • Generator: Anschluss eines unterstützten Generators.
  • Smart Load: Schalten oder Versorgen einer ausgewählten Last.
Hinweis: AC Coupled, Generator und Smart Load sind drei Konfigurationen desselben Ports, nicht drei gleichzeitig verfügbare Anschlüsse.

Systemarchitektur

Vorhandene Solarmodule

Vorhandener netzgekoppelter PV-Wechselrichter
↓ AC
GEN/Smart Port, Solis S6 Hybrid-Wechselrichter

Batterie · Hausverbrauch · Backup-Gruppen · öffentliches Netz

Der vorhandene PV-Wechselrichter liefert seine Energie über den Smart Port an das AC-System. Der Solis verwaltet die Energieflüsse auf Basis von aktuellem Leistungsbedarf, Betriebsmodus, Batteriezustand und Exporteinstellungen. Die erzeugte Energie kann eingesetzt werden für:

  • direkten Verbrauch durch die angeschlossenen Lasten;
  • das Laden der Batterie über AC-zu-DC-Konvertierung;
  • Rückspeisung ins öffentliche Netz, wenn zulässig;
  • die Versorgung ausgewählter Backup-Gruppen im Inselbetrieb.

Neben der AC-gekoppelten Installation kann der Solis neue PV-Strings über seine eigenen DC-Eingänge verarbeiten, sofern Stringspannungen, Eingangsströme, MPPT-Bereiche und sonstige elektrische Werte innerhalb der Produktspezifikationen bleiben.[1][2]

Energiemessung: kritisches Element

Für eine korrekte Lade-, Entlade- und Exportregelung muss der Solis die importierte und exportierte Leistung präzise messen können. Ein korrekt platzierter und eingestellter Energiezähler ist dafür unerlässlich. Prüfen Sie bei der Installation:

  • Position des Energiezählers;
  • Messrichtung und Phasenfolge;
  • Kommunikationsverbindung und Adressierung;
  • aktuelle Import- und Exportwerte;
  • eingestelltes Exportlimit.
Installationsprüfung: Eine fehlerhafte Phasenfolge, Messrichtung oder Zählerposition führt zu falschen Leistungsmessungen und damit zu ungewolltem Laden, Entladen oder Rückspeisen.

Leistungsregelung über Freq-Watt

Wenn das öffentliche Netz ausfällt und die Batterie oder die Verbraucher nicht die gesamte verfügbare Solarenergie aufnehmen können, muss die Leistung des AC-gekoppelten PV-Wechselrichters begrenzt werden. Solis verwendet hierfür die Freq-Watt-Regelung: Der Hybrid-Wechselrichter beeinflusst die Frequenz des lokalen AC-Netzes, woraufhin ein geeigneter PV-Wechselrichter seine Ausgangsleistung reduziert.[1]

Voraussetzung für Inselbetrieb: Der vorhandene PV-Wechselrichter muss die erforderliche Frequenzreaktion unterstützen und korrekt konfiguriert sein. Ein standardmäßiger netzgekoppelter PV-Wechselrichter produziert bei einem Netzausfall nicht automatisch weiter.

Prüfen Sie vor der Inbetriebnahme die geltenden Netzcodeeinstellungen, das Verhalten des vorhandenen Wechselrichters bei Überfrequenz, die Firmware und die produktspezifischen Anforderungen.

Backup bei Netzausfall

Der Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L verfügt über einen separaten Backup-Anschluss mit einer Umschaltzeit von weniger als 10 Millisekunden. Die verfügbare Dauer- und Spitzenleistung hängt vom gewählten Wechselrichtermodell ab.[1][2]

Hinweis: Schließen Sie nicht ohne Leistungsberechnung die gesamte Installation an den Backup-Ausgang an. Prüfen Sie Dauerleistung, Spitzenleistung, Anlaufströme, Phasenbelastung, Batterieleistung und gewünschte Backup-Dauer.

Wann ist diese Lösung geeignet?

AC-Kopplung über den Solis Smart Port ist die geeignete Wahl, wenn:

  • der vorhandene PV-Wechselrichter technisch einwandfrei ist;
  • die vorhandenen Solarmodule und die DC-Installation erhalten bleiben sollen;
  • Batteriespeicher, Backup oder Exportbegrenzung gewünscht ist;
  • zusätzliche Solarmodule später über die Solis DC-Eingänge hinzugefügt werden;
  • der vorhandene PV-Wechselrichter die Anforderungen für den gewünschten On-Grid- und ggf. Off-Grid-Betrieb erfüllt.

Technische Hinweise für Installateure

  • Leistung des vorhandenen Wechselrichters: Prüfen Sie die maximal zulässige AC-Leistung und die modellspezifischen Grenzen des GEN/Smart Ports.
  • Phasenkonfiguration: Prüfen Sie, ob der vorhandene PV-Wechselrichter einphasig oder dreiphasig ist und wie die Leistung auf die Phasen verteilt und gemessen wird.
  • Energiezähler: Prüfen Sie Position, Messrichtung, Phasenfolge, Adressierung und Kommunikation.
  • Exportregelung: Aktivieren Sie die Exportbegrenzung erst, nachdem Messwerte und Leistungsrichtung geprüft wurden.
  • Batteriekompatibilität: Prüfen Sie das genaue Batteriemodell, BMS-Version, Kommunikation, Firmware und die korrekte Batterieauswahl im Solis-Menü.
  • Firmware: Prüfen Sie vor der Inbetriebnahme, ob Wechselrichter und Batterie-BMS den geltenden Herstelleranforderungen entsprechen.
  • Schutzmaßnahmen: Dimensionieren Sie Kabel, Überstromschutzeinrichtungen, Erdverbindungen, Trennvorrichtungen und Überspannungsschutz gemäß Installationsanleitung und geltenden Installationsvorschriften.
  • Backup-Gruppen: Wählen Sie Verbraucher auf Basis von Dauerleistung, Spitzenleistung, Batterieleistung und gewünschter Autonomiedauer.

Empfohlener Wechselrichter: Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L

Für dreiphasige Retrofit-Projekte ist der Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L eine geeignete Lösung. Diese Niederspannungsserie verfügt über einen GEN/Smart Port, einen separaten Backup-Ausgang, Anschlüsse für eine kompatible Batterie und DC-Eingänge für Solarmodule.[1][2]

Die Wahl zwischen der 8-, 10-, 12- und 15-kW-Ausführung wird bestimmt durch:

  • die Leistung des vorhandenen PV-Wechselrichters;
  • die vorhandene und zukünftige PV-Leistung;
  • die gewünschte Batteriekapazität und die erforderliche Lade-/Entladeleistung;
  • den maximalen gleichzeitigen Verbrauch und die gewünschte Backup-Last;
  • den Netzanschluss und die Hauptsicherung.

Empfohlene Batterie: Dyness PowerBrick Plus 16,07 kWh

Die Dyness PowerBrick Plus 16,07 kWh ist eine Niederspannungsbatterie, die sowohl in der offiziellen Solis Battery Matching Compatibility List als auch in der offiziellen Dyness Low-voltage Batteries Compatibility List aufgeführt ist.[3][4] Die tatsächlich nutzbare Kapazität, die Lade- und Entladeleistung sowie die erforderliche Anzahl an Batterien müssen stets auf das Verbrauchsprofil, die gewünschte Backup-Dauer und die Wechselrichterspezifikationen abgestimmt werden.

Kompatibilitätsprüfung erforderlich: Die verfügbare Herstellerdokumentation bestätigt die Solis- und PowerBrick-Produktserien. Prüfen Sie vor Bestellung und Inbetriebnahme das genaue Batteriemodell, die Marktversion, BMS-Version, Kommunikationskabel, Firmware, maximale Konfiguration und die vorgeschriebene Batterieauswahl im Solis-Wechselrichter.

Smart Load und Generatorfunktion

Der GEN/Smart Port kann je nach Konfiguration auch für einen Generator oder eine Smart-Load-Anwendung genutzt werden. Bei Smart Load wird eine ausgewählte Last, wie ein elektrisches Heizelement oder eine andere regelbare Last, auf Basis der verfügbaren Solis-Einstellungen geschaltet oder versorgt. Prüfen Sie stets die zulässige Portleistung, den Lasttyp, Anlaufströme und die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Dynamische Energiepreise

Der Solis Smart Port schaltet den vorhandenen PV-Wechselrichter nicht automatisch bei negativen Energiepreisen ab. Für preisabhängige Steuerung ist ein unterstütztes Energiemanagementsystem, eine externe Regelung oder eine zusätzliche Konfiguration erforderlich. Stellen Sie dynamische Preissteuerung ausschließlich als Teil einer konkret validierten Systemlösung dar.

Häufig gestellte Fragen

Kann jeder vorhandene PV-Wechselrichter an den Smart Port angeschlossen werden?

Nein. Die angeschlossene Leistung muss innerhalb der elektrischen Grenzen des Solis bleiben. Für die Produktion im Inselbetrieb muss der vorhandene PV-Wechselrichter zudem geeignet und korrekt für die angewandte Frequenzregelung konfiguriert sein.

Muss der vorhandene PV-Wechselrichter ersetzt werden?

Nicht, wenn er technisch für die gewählte AC-gekoppelte Konfiguration geeignet ist und innerhalb der zulässigen Leistungs-, Phasen- und Netzcodevoraussetzungen bleibt.

Kann die Batterie mit Energie aus der vorhandenen PV-Anlage geladen werden?

Ja. Die AC-Energie des vorhandenen PV-Wechselrichters kann über den Hybrid-Wechselrichter zum Laden der Batterie genutzt werden, unter Berücksichtigung von Konversionsverlusten, Batteriegrenzen und den aktiven Systemeinstellungen.

Kann die vorhandene PV-Anlage bei einem Netzausfall weiter produzieren?

Das ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Der vorhandene PV-Wechselrichter muss geeignet und korrekt für die lokale Frequenzregelung konfiguriert sein. Zudem muss das System über ausreichend Batterie- oder Verbrauchskapazität verfügen, um die erzeugte Energie aufzunehmen.

Ist Zero-Export möglich?

Exportbegrenzung ist möglich, wenn das System korrekt ausgelegt ist, der richtige Energiezähler angeschlossen ist und die Einstellungen gemäß der Solis-Dokumentation konfiguriert wurden.

Ist die Dyness PowerBrick Plus offiziell kompatibel mit dem Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L?

Die offizielle Solis-Dokumentation führt die Dyness PowerBrick Series auf, und die offizielle Dyness-Dokumentation führt den Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L bei den unterstützten Niederspannungswechselrichtern auf. Die genaue Ausführung, Firmware, BMS und marktspezifische Unterstützung müssen vor der Lieferung separat geprüft werden.[3][4]

Was muss ich vor einer Installation in Deutschland prüfen?

Prüfen Sie vor Angebot und Installation, ob das genaue Solis-Modell und die zutreffende Firmware- oder Zertifikatsversion den geltenden VDE-Normen und den Anforderungen Ihres Netzbetreibers entsprechen. Ein Datenblatt oder eine Batteriekompatibilitätsliste ist für sich allein kein Nachweis der Zulassung in Deutschland.

Fazit

Mit einem geeigneten Solis S6 Hybrid-Wechselrichter und einem korrekt konfigurierten Smart Port kann eine bestehende PV-Anlage um Batteriespeicher, Exportregelung und Backup-Funktionalität erweitert werden, ohne dass der vorhandene PV-Wechselrichter standardmäßig ersetzt werden muss. In Kombination mit der Dyness PowerBrick Plus entsteht eine flexible Niederspannungslösung für Retrofit-Projekte. Eine sorgfältige Prüfung des vorhandenen PV-Systems, der Leistungsgrenzen, der Zählerposition, des Netzcodes, der Batteriekonfiguration, der Kommunikation, der Firmware und der Backup-Lasten bleibt dabei unerlässlich.

Quellen

  1. [1] Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L Benutzerhandbuch. Systemarchitektur, GEN/Smart Port, AC-Coupled-Konfiguration, Smart Load, Generatorfunktion, Energiemessung, Exportregelung, Freq-Watt und Inselbetrieb.
  2. [2] Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L Datenblatt. Modellspezifikationen, Anschlüsse, Backup-Ausgang, Umschaltzeit und elektrische Leistungsgrenzen. Solis-Datenblatt öffnen
  3. [3] Solis Energy Storage Inverters, Battery Matching Compatibility List. Aufführung von Dyness und der PowerBrick Series bei den residentiellen Niederspannungswechselrichtern.
  4. [4] Dyness Low-voltage Batteries Compatibility List, aktualisiert 5. Juni 2026. Aufführung des Solis S6-EH3P(8-15)K02-NV-YD-L bei den unterstützten Niederspannungswechselrichtern und der Dyness PowerBrick Series.
  5. [5] Dyness PowerBrick Plus Datenblatt. Produktspezifische Informationen zur PowerBrick Plus 16,07 kWh. PowerBrick Plus-Datenblatt öffnen
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